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19.11.2017 : 7:54

Das erste buddhistische Hospiz - Sozialministerium hilft

Mit Erlaubnis des Dalai Lamas darf Frankfurter Verein um Hilfe und Zuwendungen für geplantes buddhistisches Hospiz bitten.

Das geplante Hospiz strebe drei Grundsätze in der Pflege an: Die Patienten sollen unter Einbeziehung naturheilkundlicher Methoden behandelt und die Sinne durch Berühren und punktuelle Massage angeregt werden. Außerdem sollen die Pflegekräfte in der „spirituellen Sterbebegleitung der großen Religionen“ ausgebildet werden

Der Frankfurter Verein "Lebens- und Sterbepraxis" möchte im Rhein-Main-Gebiet das erste buddhistische Hospiz Deutschlands errichten und in diesem Haus acht bis zehn Patienten ein friedliches und ruhiges Sterben ermöglichen.
Wie die Vorsitzende des Hospizvereins, Dorothea Mihm, erläutert, wird das Hospiz mit der Erlaubnis des Dalai Lamas mit seinem Namen um Spenden und Zuwendungen werben, damit dieses spirituelle Heim baldmöglichst entstehen kann.

Jeder Sterbenskranke zeige Symptome, wie sie im tibetischen Totenbuch beschrieben seien, erklärt die Krankenschwester mit 35-jähriger Erfahrung in der Intensiv- und Schmerzmedizin.

Das geplante Hospiz strebe drei Grundsätze in der Pflege an: Die Patienten sollen unter Einbeziehung naturheilkundlicher Methoden behandelt und die Sinne durch Berühren und punktuelle Massage angeregt werden. Außerdem sollen die Pflegekräfte in der "spirituellen Sterbebegleitung der großen Religionen" ausgebildet werden.

Hinter dem Begriff Hospiz verbirgt sich für den Frankfurter Verein ein umfassendes Konzept: Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen, sollen auch in dieser sehr schwierigen und wichtigen Lebensphase Hilfe und Unterstützung finden für ihre individuellen Probleme und in einer für sie vertrauten Umgebung und geborgenen Atmosphäre würde- und liebevoll durch den Sterbeprozess begleitet werden.

Spiritualität und das Wissen, wie man sterbenden Menschen verständnisvoll begegnet und sie liebevoll pflegt, sollen verknüpft werden mit aktuellstem medizinischen Wissen, alternativen Heilmethoden und dem Konzept der Basalen Stimulation in der Pflege.

Das Konzept des Vereins beinhaltet das Wissen und die Haltung, dass der Sterbende bis zuletzt ein vollwertiges Mitglied der Menschengemeinschaft ist. Es gelte daher, den Raum und die Möglichkeiten zu schaffen, damit er sich in Geborgenheit und Vertrauen seinem letzten Lebensabschnitt widmen und das Sterben bewusst in einer friedvollen Umgebung nach seinen Wünschen und Bedürfnissen gestalten kann.

Hierfür werde als spirituelle Grundlage das tibetische Totenbuch herangezogen, in dem die verschiedenen Phasen des Sterbeprozesses ausführlich beschrieben würden und das den Ansatz und eine umfangreiche Anleitung zur aktiven Hilfe und Begleitung liefere.

Wichtig sei auch: Das Hospiz ist offen für Menschen unabhängig von ihrer Religion, Nationalität und sexueller Orientierung.

Darüber hinaus sollen auch diverse andere Aktivitäten in das Hospiz integriert werden. Angedacht sind Aus- und Weiterbildungsseminare für Angehörige, Fachpersonal und Laien, sowie Gruppenprogramme mit z.B. folgenden Inhalten : Trauerarbeit, Körperwahrnehmungsschulungen, Meditation, Tai-Chi, Yoga, autogenes Training, spirituelle Sterbebegleitung, Basale Stimulation in der Pflege oder Retreats unter Leitung buddhistischer Lamas.

Außerdem sollen ausgesetzte und verstoßene Kleintiere, v.a. Hunde und Katzen ein neues Heim finden und in das pflegerische Konzept integriert werden, da in vielen anderen Projekten bisher positive Erfahrungen hinsichtlich der Auswirkungen, die der Umgang mit Tieren auf die Psyche des Menschen darstellt, gesammelt werden konnten.

Unter den 151 stationären Hospizen in Deutschland gibt es nach Auskunft der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz bisher keines eines buddhistischen Trägers. Ein ambulanter Hospizdienst werde vom Verein Bodhicharya Deutschland derzeit in Berlin aufgebaut, berichtet Geschäftsführer Benno Bolze

Der Verein Lebens- und Sterbepraxis will nach Mihms Auskunft demnächst der Deutschen Buddhistischen Union beitreten. Dann hoffen die Initiatoren, dass der Name des Dalai Lamas die Taschen von Großspendern öffnet. Immerhin habe das hessische Sozialministerium zugesagt, bei der Suche nach einem Haus zu helfen.

13.08.2007 15:11 Alter: 10 Jahre