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19.11.2017 : 7:52

Friedhofskulturtage in Lobberich

Der letzte Gesichtsausdruck eines Verstorbenen ist etwas Unwiederbringliches, und genau diesen Moment halten Totenmasken für immer fest. Diese Jahrtausendealte, heute aber weitestgehend in Vergessenheit geratene Tradition wird bei den Friedhofskulturtagen am 22. und 23. September von der Künstlerin Karin Schnitzler-Liesegang vorgestellt.

Friedhofskulturtage in Lobberich

Friedhofskulturtage in Lobberich

Friedhofskulturtage in Lobberich: Totenmasken, Totenzettel und Themen zu Tod und Trauer

Der letzte Gesichtsausdruck eines Verstorbenen ist etwas Unwiederbringliches, und genau diesen Moment halten Totenmasken für immer fest. Diese Jahrtausendealte, heute aber weitestgehend in Vergessenheit geratene Tradition wird bei den Friedhofskulturtagen am 22. und 23. September von der Künstlerin Karin Schnitzler-Liesegang vorgestellt.

"Gerade der letzte Gesichtsausdruck hat für viele etwas Tröstendes und hilft, die Erinnerung an einen Verstorbenen lebendig zu halten", weiß die Neusserin, die als eine der wenigen Künstlerinnen die Totenmasken anschließend auch noch gestaltet. Sie kann die Masken in unterschiedlichen Positionen, Materialien und Fassungen anfertigen. Außerdem wird sie eine Auswahl ihrer Schutzengel aus Metall und Holz ausstellen. In einer weiteren Ausstellung zeigen die beiden Lobbericher Hermann-Josef Müller und Ralf Schmeink ihre gesammelten Totenzettel.

Diese beiden Ausstellungen sind nur ein kleiner Auszug aus dem umfangreichen Programm, das an den beiden Tagen auf dem Lobbericher Friedhof geboten wird. Das ausführliche Programm liegt seit einigen Tagen in allen öffentlichen Gebäuden und Geldinstituten aus.
 
Vielfältiges Programm zu Tod und Trauer

Für zwei Tage verwandelt sich der Friedhof wieder zu einem Ort des Lebens, der Information und kulturellen Begegnung. Zum dritten Mal macht die Stadt Nettetal zusammen mit den auf dem Friedhof tätigen Firmen damit auf die Bedeutung und Funktion der Friedhöfe aufmerksam.

Am Samstag, 22. September, um 10 Uhr eröffnen Vertreter beider großen Konfessionen sowie der Stadt die Friedhofskulturtage. Um 10.30 und 16.00 Uhr führt Ewald Meier über den Friedhof und gleichzeitig durch die Lobbericher Ortsgeschichte. Folgende Vorträge werden angeboten: "Im Wandel der Zeit" (14 Uhr, Pastor Günter Puts), "Patientenverfügung" (14.30 Uhr, Seniorenberater Christian Fortmann), "Die Hoffnung darf nicht sterben" (15 Uhr, Trauerredner Willi Wienen), "Sterbebegleitung und Abschiedsgedenken" (15.30 Uhr, Marienheim Hinsbeck).

 

Am Sonntag beginnt und endet die Vortragsreihe mit einer Friedhofsführung (11.00 und 16.00 Uhr). Dazwischen informiert die Hospizinitiative "Haus Franz" Viersen-Dülken über Hospizbegleitung und Palliativmedizin (14.00 Uhr), Rechtsanwalt Boyxen über "Testament und Erbrecht" (14.30 Uhr), Trauerredner Willi Wienen (15.00 Uhr "Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen") sowie Hermann-Josef Müller und Ralf Schmeink über ihr Buch "Andenken" (15.30 Uhr).

An beiden Tagen wird bis 17 Uhr über viele Themen rund um Tod und Trauer informiert. Aktuelle Trends bei der Grabgestaltung und bei der Trauerfloristik zeigen die Gärtnereien Robert Nellessen und Hans Willi Spütz. Steinmetzmeister Manfred Mangold zeigt, wie Grabsteine entstehen und das Bestattungsinstitut Robert Hellmann erläutert die Vielfalt der Bestattungsmöglichkeiten und die Möglichkeiten der Bestattungsvorsorge. Der Fachbereich Grünflächen der Stadt Nettetal informiert zu allen Fragen rund um den Friedhof, die Grabstätte, Kosten der Bestattung und Grabnutzungsrechte während der Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich die Denkmäler auf dem Friedhof in seinen Mittelpunkt gestellt hat.

Geschichte(n) rund um den Lobbericher Friedhof

Selbstverständlich werden auch wieder die beliebten Führungen über den Friedhof angeboten. Festgemacht an Grabmalen von bedeutenden Familien Lobberichs wird Ewald Meier von der städtischen Friedhofsverwaltung wieder spannend die Orts- und Friedhofsgeschichte erläutern. Die Führungen haben sich mittlerweile zu einem echten Geheimtipp entwickelt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.

21.09.2007 08:58 Alter: 10 Jahre