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19.11.2017 : 7:52

Sternenkinder

Sternenkinder werden sie im Volksmund genannt. Jene Kinder, deren Leben so kurz war wie das Leuchten einer Sternschnuppe. Kinder, bei denen Lebensanfang und Lebensende zusammenfallen. Sie hatten nie die Chance, ihre Eltern kennenzulernen, behütet aufzuwachsen. Ihr Leben ist verlöscht, noch bevor es beginnt.

Und doch entzünden sich an ihnen immer wieder juristische und ethisch-moralische Diskussionen. Insbesondere dann, wenn es um eine würdige Bestattung geht. Mecklenburg-Vorpommern hat in diesem Jahr ein Zeichen für die Kleinen gesetzt und ein Gesetz erlassen, mit dem sie unabhängig von ihrem Gewicht würdig beerdigt werden. [...]

Um den Kindern eine würdige Ruhestätte zu bereiten, wurde auf dem Ostfriedhof in Wismar für sie eine spezielle Begräbnisstätte errichtet. "Wir wollten damit einen Ort schaffen, der Trost vermittelt und an dem die Eltern bewusst Trauerarbeit leisten können", sagt Henriett Baumann von der hansestädtischen Friedhofsverwaltung - unabhängig davon, ob die Eltern selbst die Kraft hatten, ihr Baby beizusetzen oder die Beerdigung in die Hände der Klinik gegeben haben.

Die Gedenkstätte - ein Kreis als Symbol für die Unendlichkeit. In der Mitte wächst ein Apfelbaum, stehend für ewige Liebe, Kraft und Stärke. Drumherum eine Bank mit Blick nach außen, oder "nach vorn in die Zukunft", wie Henriett Baumann es formuliert.

Quelle: Schweriner Volkszeitung

08.12.2007 12:10 Alter: 10 Jahre