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"Das Leben ist für
mich einfach so irreal aber es ist einfach großartig! Manchmal beneide ich mich
wirklich selbst um diese Chance. Ich sehe sie als riesiges Geschenk an und mir wird wieder
einmal bewußt, daß ich auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurde." Aus einem Brief Florians vom 16.6.1997 |
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"Ich habe mir das Bild gemalt, daß es so ist, als würde man auf einem Schiff die Welt umsegeln. Man befindet sich die ganze Zeit auf dem Ozean und kann in jede Richtung segeln, keiner gibt die Richtung vor und man sieht bis an den Horizont nur Wasser. Wasser steht hierbei für mich für das Leben. Zwar möchte man die Welt umsegeln, aber trotzdem freut man sich, von Zeit zu Zeit einen Fuß aufs Festland zu setzen als Sicherheit und Orientierung, um zu sehen, wo man sich eigentlich befindet. Kirche kann manchen Leuten beides geben, aber genau so können dies auch Menschen, Freunde und Familie. Welche anderen Sicherheiten hat man denn sonst? So wichtig materielle Dinge in unserem Leben geworden sind, trotzdem können sie uns diese Dinge nicht geben. Vor allem Du und danach die Familie, Freunde sind mein Festland. Man braucht einfach diesen Kontakt. Um das Festland zu erreichen, muß man sich allerdings für eine Richtung entscheiden und diese auch mit aller Kraft verfolgen, denn wenn man die Richtung häufig ändert und sich unsicher fühlt, segelt man womöglich im Kreis und erreicht nie das rettende Ufer. |
Aus Florians Brief vom 23. 11.1997 |
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| Die Liebe hat sich
gewandelt: Sie ist nun unendlich zart und doch so stark, still und dennoch voller Lebendigkeit, fern, aber in jedem Augenblick gegenwärtig; sie ist geheimnisvoll und doch ganz klar, rein und frei von allen Dingen dieser Welt. Nun ist sie daheim in der Geborgenheit des Herzens, im Schutze der Erinnerungen: unantastbar, unbesiegbar, unverlierbar. Irmgard Erath |
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Soll ich dich einem
Sommertag vergleichen, Dich, der Du lieblicher und milder bist? Um Maienknospen raue Winde streichen, Und Sommers Pacht hat allzu kurze Frist. Oft scheint des Himmels Aug zu heiß herab, Dann wieder ist sein goldner Schein getrübt. Und alles Schöne weicht vom Schönen ab Durch Zufall oder wies Natur beliebt. Dein Sommer aber hört nie auf zu strahlen, Noch geht verloren deine Lieblichkeit, Noch wird der Tod dich zu besitzen prahlen: In wegen Reimen wächst du in die Zeit. Solange Menschen atmen, Augen sehn, Solang lebt dies und dies läßt Dich bestehn. William Shakespeare Sonnet XVIII |
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| Brief vom Juli
1999 (Florian verläßt Camphill und geht nach
Dublin) "Tja, jetzt sitze ich hier, mitten in der Nacht und wieder kommt in mir dieses Gefühl endloser Leere auf. Das selbe Gefühl hatte ich vor fast drei Jahren. Damals bestieg ich das Flugzeug, um meine Heimat zu verlassen. Ich saß da, über den Wolken, in die Ferne starrend und habe mich meinem Schicksal übergeben. Heute weiß ich, daß dies die beste Entscheidung meines Lebens war und hoffe, daß ich das selbe in ein paar Jahren auch über meine momentane Situation sagen kann. Für alles gibt es eben eine Zeit. Ich
mußte mir vielleicht erst einmal gewisse Dinge aneignen, um einen weiteren Schritt machen
zu können. Jetzt bin ich bereit, auch wenn Abschied immer schmerzt! Das Gute ist, daß
ich auf meiner Reise nie meinen Heimathafen vergessen werde und ich weiß, daß ich
jederzeit umkehren kann. Du hast mir den Kompaß mit auf den Weg gegeben, und ich habe
hier gelernt, ihn anzuwenden. Jetzt ist es Zeit, daß ich ihn benutze und meine Reise
fortsetze. Die Richtung ist mir bekannt, aber die Riffe und Felsen werde ich erst finden,
wenn sie vor mir liegen. |
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