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Ich hätte ihr noch so viel zu sagen gehabt ...
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Autor:  angel82 [ 27.03.2007, 21:57 ]
Betreff des Beitrags:  Ich hätte ihr noch so viel zu sagen gehabt ...

Ich bin durch Zufall hier in diesem Forum gelandet, weil ich auf der Suche nach einer Möglichkeit war, irgend jemandem meine Gedanken mitzuteilen.

Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass eine Person gestorben ist, die mir sehr viel bedeutet hat. Wir standen uns nicht nahe und haben uns in den letzten Jahren kaum gesehen, aber ich habe sehr oft an sie gedacht und somit war sie auch immer allgegenwärtig für mich. Genau genommen war sie meine Lehrerin, eine wunderbare Frau und ich hatte sie sehr gern - wie gern ich sie wirklich hatte, merke ich erst jetzt, wo sie nicht mehr da ist. Sie hat sehr schwere Zeiten hinter sich und ich glaube sie war in den letzten Jahren ihres Lebens nicht wirklich glücklich. Als ich sie im Januar das letzte Mal sah, wirkte sie wie am Ende. Sie hatte Tränen in den Augen und schien Schmerzen zu haben. Ich traute mich nicht, sie anzusprechen und ging mit einem kurzen "Hallo" an ihr vorüber. Ich mache mir solche Vorwürfe, ihr niemals gesagt zu haben, wie sehr ich an sie denke und dass sie nicht allein ist. Ich hatte immer Angst davor, weil ich nicht wusste wie sie reagieren würde. Aber warum habe ich es nicht wenigstens versucht??? Ich werde nicht mit dem Gedanken fertig, dass sie womöglich alleine und einsam gestorben ist, in der Annahme, dass sie sowieso niemand vermissen würde. Aber ich vermisse sie ganz schrecklich!!! Sie war doch erst 59 Jahre alt.

Ich würde alles dafür geben, sie nur noch einmal für einen kurzen Moment zu sehen, um ihr all das zu sagen, sie in den Arm zu nehmen und sie vielleicht noch ein einziges Mal lächeln zu sehen. Vielleicht hätte ich ihr irgendwie helfen können??? Aber wenigstens hätte sie gewusst, dass ich für sie da bin.

Im Moment weiß ich nicht, wie ich mit all dem umgehen soll. Das Andenken an sie holt mich ständig und überall ein. Keiner in meinem Umfeld weiß, wieviel sie mir bedeutet hat. Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen, aber innerlich zerreißt es mich fast.

Kennt das jemand von Euch - einer Person nachzutrauern, die man wahrscheinlich kaum richtig kannte und trotzdem so sehr gern hatte??? Und nun mit der Tatsache leben zu müssen, ihr niemals gesagt zu haben, wir sehr man sie mag???

Ich sehe immer ihr Bild vor mir und wenn ich allein bin, laufen ständig die Tränen ... Sie fehlt mir so!!!


Ã?Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.
Der Mensch wird nicht sterben,
solange ein anderer sein Bild im Herzen trägt.ì

Autor:  Richard [ 28.03.2007, 07:59 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Angel,

Wieviel Schmerz kann ein Mensch ertragen, wenn er einen geliebten Menschen gehen lassen muß?

Schmerzlich musste ich bisher mehrmals für mich erfahren was es heißt Abschied zu nehmen. Und ich würde ein Körperteil dafür geben, wenn dieses Gefühl nicht so bohrend wäre und man die Erfahrung nicht gemacht hätte es würde nie wieder aufhören.

Was mich aber immer wieder beschäftigt, warum machen wir Menschen uns das Leben gegenseitig so schwer? Die Zeit die uns bleibt, ist eigentlich ein Witz und trotzdem hassen sich viele Menschen, tun anderen Menschen weh, in welcher Weise auch immer.....

Beziehungen sind teilweise ein Drama. Anstatt etwas aus einer Beziehung zu machen, gehen viele Partner eigene Wege. Betrügen sich gegenseitig/einseitig.

Anstatt liebevoll miteinander umzugehen, Respekt vor der anderen Person zu haben, ihm zuzuhören, gemeinsam Probleme zu lösen, interessiert es viele nicht mehr wirklich, was der Partner denkt, fühlt oder bewegt.

Unsere Zeit ist sehr kostbar, aber die Meisten nutzen sie nicht wirklich. Und wenn dann der Tag kommt wo wir einen Menschen/Partner verlieren, dann merken wir erst, dass wir noch so viel zu sagen gehabt hätten. Genau diese Erfahrung habe auch ich gemacht. Aber ich hoffe, dass ich in Zukunft bewusster damit umgehen werde.

Autor:  Mattes [ 29.03.2007, 14:38 ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Ich würde alles dafür geben, sie nur noch einmal für einen kurzen Moment zu sehen, um ihr all das zu sagen, sie in den Arm zu nehmen und sie vielleicht noch ein einziges Mal lächeln zu sehen.


Genau das ist der Gedanke, der mich nie wieder loslassen wird. Niemals und nochmal: niemals werde ich diesen heimlichen Wunsch aufgeben können. Es ist so grausam, das bestimmte Phasen, Erlebnisse, Dinge oder eben auch Menschen nicht mehr da sind. Was macht man dagegen? Einfach abschalten oder was?

Autor:  moon61 [ 15.04.2007, 17:22 ]
Betreff des Beitrags: 

Ja Mttes, mir geht es auch oft so. Aber leider kann man die zeit nicht zurück drehen und muss die Dinge akzeptieren, wie sie sind. In solchen Situationen versuche ich mich an die schönen erlebten Momente zu erinnern, aber manchmal klappt es einfach nicht. Ich denke, jeder Einzelne muss "seinen" Weg finden, um mit seiner Trauer umzugehen.
Naja, und nach Regen kommt ja bekanntlich auch irgendwann Sonnenschein, dass halte ich mir oft vor Augen...

Angel, wie wärs wenn du vielleicht deine Gedanken nieder schreibst, in einem Brief oder so... Mir hilft das immer ganz gut... Ansonsten kann ich dir nur raten, mit einem Vertrauten darüber zu sprechen, da kannst du dann einfach mal alles loswerden!


Liebe Grüße,

Julia

Autor:  angel82 [ 16.04.2007, 12:04 ]
Betreff des Beitrags: 

@moon61

Nun sind einige Tage vergangen und es hat mir wirklich geholfen, alles nieder zu schreiben, was ich gefühlt habe und was mich bewegt hat. Ich habe einen Song geschrieben und meine Gedanken in einem Online-Tagebuch aufgeschrieben. Das tat gut, es war so als ob ich mit Ihr reden würde und Ihr endlich alles sagen konnte, was ich mir vorher nie getraut habe. Natürlich gibt es immer noch oft Momente, wo es sehr weh tut, wo einem noch einmal richtig bewusst wird, dass sie nicht mehr da ist. Dann höre ich mir meinen Song an, den ich für sie geschrieben habe und merke richtig, wie es mir besser geht. Du hast Recht, nach jedem Regen kommt wieder Sonnenschein, aber es wird wohl noch oft zwischendurch regnen.

Liebe Grüße,
angel82

Autor:  himmelgrau [ 03.05.2007, 14:16 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Angel82, kannst du mal deinen songtext hier reinstellen? Ich habe auch schon daran gedacht, so was zu schreiben, aber dafür habe ich einfach kein Talent. Das würde bestimmt helfen.

Autor:  angel82 [ 09.05.2007, 09:15 ]
Betreff des Beitrags: 

Hier ist der Songtext:

In heaven

Today I've heard you're gone forever
You can't imagine how it hurts, 'cause I've told you never
what you mean to me, how much I care
I always thought of you although I wasn't there

I write down my feelings in this song
and hope you can hear me from up above

You were never alone, you were never unloved
I was always there with a part of my heart
You should be sure I'll take your hand
when we meet in heaven again


Your parting came so suddenly
there where so many things I wanna say
This song for you is my last chance to do
I wish I had it done on another way

But nothing can ever bring you back
Hope you are lucky wherever you are

You were never alone, you were never unloved
I was always there with a part of my heart
You should be sure I'll take your hand
when we meet in heaven again


I always remember your smile
and never forget seeing you cry
I wish I could hold you now in my arms
just let you know

[b]You'll be never alone, you'll be never unloved
I'll always be there with a part of my heart
Oh yes I'm sure we'll meet again
in heaven ...

Autor:  Steffi [ 15.05.2007, 18:21 ]
Betreff des Beitrags:  Es ist nie zu spät

Mein Vater ist vergangenen Donnerstag gestorben. Ich hatte das Glück und die große Gnade, dass ich mich verabschieden konnte und ihm noch einmal vieles sagen konnte, was mir auf dem Herzen lag - dass ich ihn liebe, dass er gut für uns gesorgt hat, dass wir für meine Mama weiter sorgen werden usw.

Falls einem dies nicht vergönnt ist, so weiß ich doch: es ist nie zu spät, einem Menschen zu sagen, was er einem bedeutet. Egal wie lange er schon tot ist oder wenn er im Koma liegt. Das, was den Menschen ausmacht bleibt und man kann ihm alles sagen und es kommt auch an.

Man muss seinen Frieden machen - wichtig ist, dass man aktiv wird und es tut und nicht denkt, es sei zu spät.

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