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 Betreff des Beitrags: Wie in einem schlechtem Film...
BeitragVerfasst: 17.03.2010, 14:50 
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Registriert: 16.03.2010, 10:12
Beiträge: 1
Hallo ich nenne mich hier hopeless und bin 26 Jahre alt. Bin hier her gekommen, weil ich eine ziemlich große Last mit mir herumtrage...
Kurz und knapp erzählt kämpfen derzeit gleich drei Menschen meiner Familie um Ihr Leben. Meine Schwiegermutter hat Krebs im Endstadium die Ärtze geben Ihr mit Glück noch ein paar Wochen. Mein Vater hat ebenfalls Krebs im Endstadium, auch bei Ihm wird es nicht mehr lange dauern. Die Diagnose wurde im November gestellt und nun ist er schon Pflegebedürftig und wird durch eine PEG Sonde künstlich ernährt. Beide bekommen in hohen Dosen Morphium gegen die Schmerzen.
Der dritte im Bunde ist mein Schwager, Er fiel letzte Woche bei der Arbeit von einem Dach 8 Meter in die Tiefe und knallte auf den Betonboden. Er wurde sofort ins Krankenhaus geflogen und liegt seitdem im Koma, die Ärtze sagen zwar das Er unheimlich viel Glück hatte, das Er überhaupt noch lebt, aber ob er es schafft wissen Sie nicht.
Vielleicht könnt Ihr Euch vorstellen was das für eine Riesen Belastung für mich und meine ganze Familie ist?! Bei jedem Anruf zucken wir zusammen und hoffen, das es bei keinem soweit ist, obwohl wir jeden Tag damit rechnen müssen.
Ich habe vor drei Jahren meine Tochter verloren. Eine Totgeburt. Das war schon echt schwierig, obwohl wir sie ja eigentlich noch gar nicht kannten. Das war eine harte Zeit für meinen Mann und mich! Wir haben lange gebraucht bis wir normal weiter machen konnten und der Alltag zurückkehrte.
Nun weiß ich nicht, was alles auf mich zukommt...! Ich habe Angst davor einen so engen Verwandten zu Grabe tragen zu müssen. An so vielen Tagen ist das normale Leben bei uns einfach nur verkehrte Welt, so wie in einem schlechtem Film!Auch dieses ganze Auf und Ab macht mich fertig. Zwischendurch geht es meiner Schwiegermutter und meinem Vater richtig gut (z.B. wenn das Morphium voll wirkt und andere Schmerz und Beruhigungsmittel dazu kommen), schmerzfrei für einen Moment, planen die beiden was sie noch alles erleben wollen, obwohl sie sich kaum auf den Füßen halten können. Ein paar Stunden später, ist das Gegenteil der Fall. Die Ärzte haben alle Möglichkeiten in Betracht gezogen, aber das einzige was sie noch tun können ist eine Schmerztherapie. Man hat uns klar gesagt, das die beiden Weihnachten nicht mehr erleben.
Mein Mann und ich haben 2 Kinder ( 4 und 8 Jahre alt) auch die beiden bekommen alles mit und machen sich so Ihre Gedanken darüber. Wir sprechen viel mit Ihnen und reden ganz offen über das was bei uns gerade so passiert. Ich habe mir Bücher besorgt um Ihnen erklären zu können was der Tod bedeutet und wie wir damit umgehen können. Und um Ihnen Fragen beantworten zu können.Das ist nicht leicht, weil man selber manchmal nicht weiter weiß...
Wie bereitet man sich auf den Tag "X" vor? Wie steht man das alles durch, ohne das es einem den Boden unter den Füßen wegreißt?

Ich hoffe Ihr könnt mir ein wenig Mut machen oder über Eure Erfahrungen berichten.
Liebe Grüße Hopeless


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.03.2010, 11:14 
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Registriert: 18.03.2010, 11:09
Beiträge: 1
Hallo Hopless,

schon beim lesen habe ich mich gefragt, wie soll ein Mensch das aushalten und selber überleben.

Ich finde es schön, dass Du Dir über das Forum etwas von der Seele schreibst.

In einem Gespräch würde ich jetzt erst einmal eine lange Pause machen und Dich, wenn Du es zulassen könntest, in den Arm nehmen.

Wenn Du die Kraft hast versuche zu signalisieren, dass Du da bist.

Manchmal hilft auch die Überlegung, was würde ich mir wünschen, wenn ich diejenige wäre die bald sterben muss. Da Du Deine Angehörigen gut kennst, wird sich zeigen, ob es Gespräche sind über die Angst, die Wut und alles was die Situation ausmacht oder ob es gar nicht möglich ist über Gefühle zu sprechen.

Es ist schön, wahrzunehmen, dass Du genau das mit Deinen Kindern und mit Deinem Mann ja genau so machst. Nicht schweigen oder sonst was sondern darüber sprechen. Auch wenn man plötzlich in Tränen ausbricht oder seltsame Gedanken hat.
Es gibt in dieser Situation und in der Trauer kein falsch oder richtig

Ich wünsche Dir jede Menge Kraft.

Gisela


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