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 Betreff des Beitrags: Wo ist das Entrinnen?
BeitragVerfasst: 19.03.2007, 12:13 
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Registriert: 19.03.2007, 12:01
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Jeden Morgen wenn ich aufwache, bin ich traurig, dass ich überhaupt aufwache, möchte am liebsten liegenbleiben und wieder zurückfallen in den Schlaf und nie mehr aufwachen. Auf der anderen Seite möchte ich genau dies nicht, damit ich meiner Frau beistehen kann. Ich möchte sie beschützen und bei ihr sein während des Tages. Aber selbst wenn ich das könnte, ichwüßte ja nicht, wie ich ihr helfen sollte.

Ich hangele mich von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde und weiss nicht mehr weiter. Ich bin so hilflos und fühle mich wie in einem großen Gelee, in dem ich mich nur mit Zeitverzögerung begwegen kann. Alles ist so unendlich langsam und anstrengend. Jeder Einkauf ist die Qual, weil alles so unendlich sinnlos geworden ist. Wozu noch Lebensmittel kaufen, wie können alle um mich herum überhaupt exitstiern.

Entschuldigt, wenn ich ziemlich wirr rede, aber so sieht es im Augenblick in mir aus. Und ich denke, es wird und kann nie wieder gut werden.


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BeitragVerfasst: 19.03.2007, 14:49 
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Registriert: 11.01.2007, 09:42
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Wohnort: Offenburg
Hallo Richard, ich glaube nicht, das wir kein wirres zeug schreiben oder denken, sondern wir sagen hier doch genau das, was uns bewegt und was in uns so los ist. Ich kann dich absolut verstehen und ich kenne diese Zeit. Heute frage ich mich selbst, wie ich das bloss ausgehalten habe ohne dabei voll und ganz verrückt zu werden.

_________________
Wir gehen nicht unter in den Kämpfen, die wir verlieren, sondern in denen, die wir gar nicht erst antreten


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BeitragVerfasst: 19.03.2007, 21:46 
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Registriert: 19.03.2007, 21:22
Beiträge: 3
Meine Mutti ist vor dreieinhalb Jahren sehr plötzlich gestorben. Es fällt mir schwer, meinen Schmerz in Worten auszudrücken. Kein körperlicher Schmerz könnte je so weh tun, als jener, den man empfindet, wenn einem der liebste Mensch auf der Welt genommen wird. Für mich ist damals meine Welt zusammengebrochen. Seither kämpfe ich mich durch. Mal gehts besser, mal fall ich wieder in ein Loch. Heut ist das Loch wieder besonders groß. Es ist schwer Gefühle dieser Art jemanden zu beschreiben. Ich komm mir manchmal wie ein Hamster in einem Rad vor, der nicht abspringen kann. Ich lauf, und lauf.... und es nimmt kein Ende...


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BeitragVerfasst: 20.03.2007, 09:00 
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Registriert: 19.12.2006, 10:27
Beiträge: 38
Meine Mutter ist vor fast eineinhalb Jahren gestorben und auch mir fällt es immer noch schwer. Und es ist wie du schreibst, mal geht es besser, mal schlechter, und manchmal überhaupt nicht :!: Denkt man jedenfalls. Und dann irgendwie ist wieder ein Tag vorüber gegangen.


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BeitragVerfasst: 20.03.2007, 13:08 
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Registriert: 19.03.2007, 21:22
Beiträge: 3
Hallo Mattes!
Danke für deine Antwort. Ich bin froh, diese Seite gefunden zu haben und mich mit Menschen austauschen zu können, denen ich nicht des langen und des Breiten erklären muss, wie ich mich fühle.


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BeitragVerfasst: 20.03.2007, 20:26 
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Registriert: 03.01.2007, 08:30
Beiträge: 5
Liebe Richard, liebe Bianca und Ihr anderen,

ich kenne das, was ihr beschreibt - und ich selbst habe erfahren, wie wahnsinnig gut ein Trauergesprächskreis tut. So eine Selbsthilfegruppe ist genau das Richtige, wenn man selbst glaubt, dass es nicht mehr richtig weitergehen kann. Viele haben ja wohl erst Vorbehalte gegen Selbsthilfegruppen, von wegen "ich bin doch nicht verrückt" und so. Aber wenn man es erst mal selbst erfahren hat, weiß man, dass man schon viel eher hätte hingehen sollen.

Nur mal so als Anregung. Ich fühle mit Euch und ich bin mir sicher, Ihr schafft das!


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BeitragVerfasst: 21.03.2007, 19:54 
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Registriert: 19.03.2007, 21:22
Beiträge: 3
Lieber Klaus,

Ca. nach einem halben Jahr nach dem Tod meiner Mutti, hatte ich ein "Burn out Syndrom" und habe 5 Wochen in einer Klinik auf einer psychiatrischen Ambulanz verbracht. Anschließend bin ich noch 3 Monate zur Trauerbegleitung bei einer sehr netten Psychotherapeutin gegangen. Das hat mir damals sehr geholfen. Ich kann heute schon anders damit umgehen, und bin insgesamt auch ein positiv eingestellter Mensch. Nur manchmal läufts nicht so gut, und dann fällt man einfach wieder in ein Loch. Man muss sich dann selbst einfach wieder zusammenreißen, und obwohl ich weiß, dass mir das auch immer wieder gelingt, ist es doch oft schwer.

Lg Bianca


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