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 Betreff des Beitrags: Der Freundeskreis
BeitragVerfasst: 20.12.2006, 09:11 
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Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich der Freundeskreis verändern kann. Ich hätte es vorher nie gedacht, aber die besten Freunde haben sich etwas distanziert und die, bei denen ich vorher nicht so davon ausgegangen bin, sind mir näher gerückt. Seit mein Mann verstorben ist, hat sich auch mein komplettes Umfeld gewandelt.


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 Betreff des Beitrags: Es ist schon erstaunlich
BeitragVerfasst: 20.12.2006, 11:00 
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Ist es nicht erstaunlich, wie wenig man die Menschen kennt, mit denen man Tag für Tag Umgang hatte? Bei mir war es zwar nicht so sehr ausgeprägt, aber einige Veränderungen habe ich schon bemerkt. Und das, was ich mir lange Zeit nicht eingestehen wollte, war, dass ich dadurch einfach auch verletzt worden bin.

Man setzt sich im Laufe der Zeit dann einfach neue Prioritäten.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.01.2007, 08:40 
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Genau das ist es. Ich habe mittlerweile keine Geduld mehr mit den sog. "Freunden", die so tun, als würde ich sie stören, nur weil ich trauere. Wer das nicht versteht, soll mich in Ruhe lassen. Zu meiner Frau wurde auf der Trauerfeier von einem Onkel gesagt, sie solle jetzt man aufhören zu heulen! :evil:


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BeitragVerfasst: 03.01.2007, 16:44 
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Aber neue Prioritäten zu setzen ist so verdammt schwer. Man hat nicht eine riesengroße Auswahl an Bekannten, Verwandten oder Freunden. Man kann ja nicht einfach so die Bekanntschaften austauschen.


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 Betreff des Beitrags: Störend
BeitragVerfasst: 03.01.2007, 18:33 
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Mein Vater, meine Mutter und mein Onkel sind innerhalb eines Jahres gestroben.
Nach dem Tod meines Vaters meinte mein Arbeitgeber es reiche jetzt, er könne mir doch nicht immer einen Tag für die Beerdigung freigeben.
Dies ist zwar 21 Jahre her, aber immer noch denke ich mit unguten Gefühlen an diese Worte meines Chefes.
Irgendwie habe seit dann Aversionen gegen diesen Menschen

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BeitragVerfasst: 04.01.2007, 10:54 
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Antoine: das mit dem Chef ist ja schrecklich, kein Wunder, dass Du das auch nach 20 Jahren noch nicht vergessen hast.

Utta: So einfach es klingen mag, aber die Zeit wird eine Veränderung bringen. Es stimmt zwar nicht, wenn die Leute sagen Die Zeit heilt alle Wunden, ich denke eher, Die Zeit deckt sie nur zu!, aber irgendwann wirst Du selbst anders empfinden und dann die Freunde, die sich - vielleicht aus Hilflosigkeit, Unsicherheit, Angst - nicht ganz korrekt verhalten haben, auch etwas "gnädiger" anschauen können.


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BeitragVerfasst: 12.01.2007, 09:17 
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Trotzdem finde ich es einfach eine Riesensauerei, dass er so groß getan wird "Wir verstehen Dich" und so und dann lässt sich kein Mensch blicken! :( :(


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.01.2007, 21:58 
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Wohnort: Luzern
Die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit führt nur vor Augen was wir alles versäumt haben.
Anstatt Wunden zu heilen, bringt die Zeit neue Belastungen

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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 17:03 
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Wohnort: Rheinberg
Es bleibt nur, sich zu merken, wer sich wie verhält. Ich jedenfalls tue das!


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BeitragVerfasst: 23.01.2007, 04:39 
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@Utta: ich kann Dich verstehen, bei mir aber geht es noch weiter: ich bin so dermassen stinkesauer auf meine depperten "Freunde", dass ich manchmal vor Ärger gar nicht einschlafen kann!

Das was meine "Freunde" an Beistand leisten, ist nur noch lachhaft. Da ruft zwar jemand an und lässt so Sprüche los wie "Hach, ich denke an dich, ruf mich an, wenn was ist". Ich meine... HALLO?? Ja, es IST was!! Warum kommen die Leute nicht zu mir nach Hause, um persönlich mal in aller Ruhe zu reden?

Warum muss man in so einer Situation noch nach Beistand betteln? Ich würde doch auch bei Freunden einfach vorbeigehen und da sein und nicht so dämliche Sprüche bringen und dann NICHTS tun... :x :x :x

_________________
Denn ich schulde meinen Träumen noch das Leben


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BeitragVerfasst: 01.02.2007, 15:54 
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Klaus hat geschrieben:
Zu meiner Frau wurde auf der Trauerfeier von einem Onkel gesagt, sie solle jetzt man aufhören zu heulen! :evil:


Also ehrlich, das ist der Hammer. Wie kann man so blöd sein? Ich raffe es einfach nicht, dass es solche Typen gibt. Ich hätte ihm ...nee, das schreibe ich jetzt lieber nicht.

Wut gehört auch zur Trauer, steht hier irgendwo. Recht haben sie!


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BeitragVerfasst: 06.02.2007, 14:40 
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Ich habe leider auch festgestellt, jetzt nach doch ein paar Wochen, dass die Menschen um mich herum und um meine Familie, nicht so genau wissen, wie sie reagieren sollen. Da ist so unglaublich viel Unsicherheit im Spiel, keiner weiss Bescheid. Ich denke, da hat unsere Gesellschaft aber noch gehörig Nachholbedarf.

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Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.


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BeitragVerfasst: 09.02.2007, 19:15 
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Wohnort: rastlos
Guten Abend,

deine Erfahrungen sind sicherlich überraschend für dich und gleichzeitg schmerzhaft. Doch darfst du nich nur die Enttäschung in diesem Zusammenhang sehen , so groß sie am Anfang sicherlich auch ist, sondern musst es auch als Bereicherung sehen. Damit meine ich ich die ,,Belehrung" die dir ein solches Verhalten deine Freunde bringen wird.
Dazu fällt mir das Menschenbild Georg Büchners ein der schon in ,,Woyzeck" verarbeitet hat, dass man sich niemals auf das ,,Gute" im Menschen verlassen darf bzw. auf deren Moral hoffen soll. Am besten ist es den Kreis der Pesonen den man wirklich 100% d.h voll und ganz vertrauen kann auf ein Minimum zu reduzieren. In 1. Linie sind solche Menschen die Bezugspersonen der Kindheit.

Ich möchte dir damit sagen, dass du nun erkannt hast wer von deinen Freunden das nötige Einfühlverständis besitzt und von welchen du dich ,in Bezug auf die sehr schwierige Lage, zunächst einmal distanzieren solltest.


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BeitragVerfasst: 06.03.2007, 20:25 
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Da hier das Menschenbild Büchner aufgefasst wurde, möchte ich gleich mit einem , berühmt berüchtigten, Zitat des griechischen Dichters Euripides fortfahren:
,,Du zählst im Elend keinen Freund".


Wie man sieht haben s die Menschen schon immer Probleme damit gehabt anderen beizustehen in schwierigen Phasen ihres Lebens. Ein ,,natürlich" menschliches Verhalten sei es aus Angst etwas falsch zu machen, ,,soziopathischer" Veranlagung oder aber Gleichgültigkeit. Leider wird sich dies nicht ändern bei uns.

Zu sagen sei aber, dass sich dies natürlich nach pauschalisieren lässt.


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BeitragVerfasst: 06.03.2007, 22:06 
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Hallo pax,


da du ins ,,philosophieren" gelangt bist möchte ich dich doch ,,kontern" da meiner Ansicht nacht es kein Zeichen von Gleichgültigkeit sein muss wenn sich ein Freund ,nach einem Schicksalsschlag, von einem distanziert.
Ich weiss nicht, ob dir die Bibel in all ihren Teilenm geläufig ist aber ich möchte dir gerne folgenen Spruch bekannt machen:
,,Mancher ist ein Freund je nach der Zeit, am Tag der Not hält er nicht stand."

Zu finden in Jesus Sirach 6,8.

Ich interpretiere es so, dass der Mensch dem Druck dem er ausgesetzt wird nicht standhalten kann und daher sich zurückzieht. Allerdins ist dies in keinster Weise böse gemeint, sondern ,wie du auch sagstes, die Angst etwas falsch zu machen. Doch ist dies nicht verachtenswert sondern eher ein Zeichen dafür, dass dieser Mensch ,,einfühlsam" ist und daher lieber verzichtet.

Kannst du mir in etwas folgen?


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