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 Betreff des Beitrags: Über ein Jahr her, aber noch keine Linderung
BeitragVerfasst: 19.12.2006, 17:11 
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Der Tod meiner Mutter ist jetzt über ein Jahr her, aber noch immer komme ich nicht darüber hinweg. Ich bin in ein richtig tiefes Loch gefallen und weiß nicht, wie ich da wieder raus komme. Immer wieder habe ich die Bilder vor Augen, wie ich mich im Krankenhaus von ihr verabschiedet habe...


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BeitragVerfasst: 20.12.2006, 09:07 
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Hallo Mattes,

das ist mir zwar auch so ergangen, aber nicht für eine so lange Zeit. Ich denke, Du solltest Dir einfach professionelle Hilfe holen, vielleicht in einem Trauergesprächskreis. Die findest Du ja inzwischen auch bei Bestattern, oder bei Hospizgruppen, in Krankenhäusern, Kirchengemeinden und so weiter, alles in Deiner Umgebung.

Ich "brauchte" sowas nicht, aber ich glaube, diese Gruppen sind einfach sehr wohltuend.

Kopf Hoch!


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 Betreff des Beitrags: Stimmt!
BeitragVerfasst: 20.12.2006, 10:56 
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Ich habe lange Zeit eine solche Selbsthilfegruppe besucht, beim ASB in unserer Nähe. Jede Woche gab's eine richtige Ruhepause durch diese Treffen, da habe ich viel geweint aber auch gelacht. Ich kann sowas wirklich nur empfehlen!


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BeitragVerfasst: 03.01.2007, 08:32 
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Ich muss auch sagen, ich kann Dir nur empfehlen, in so eine Trauergruppe zu gehen weil Du da endlich jemanden findest der genau dasselbe erlebt hat wie wir. Man kann es anderen eben nicht so erklären und wird nicht verstanden.


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BeitragVerfasst: 03.01.2007, 16:47 
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Vielen Dank zwar für Eure Tipps, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht so genau, ob ich in so eine Gruppe gehen will. Irgendwie muss ich da an diese Filme denken, in den die anonymen Alkoholiker im Kreis sitzen und sich die intimsten Dinge erzählen.

Ich stelle mir das ziemlich anstrengend vor und weiß nicht, ob das so hilft.


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 Betreff des Beitrags: Um uns
BeitragVerfasst: 03.01.2007, 18:41 
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@Mattes
Für mich war es nach dem Tod meiner Mutter klar, dass sie obwohl nicht mehr sinnlich erfahrbar noch Da um mich ist.
Überall um mich versuche ich zu erkennen wie in dem was ist noch Spuren zu erkennen sind von den toten Menschen die ich kenne.
Vielleicht hilft es die Trauer zu überwinden und die von uns geschieden sind wieder zu einer andern Art Leben zu erwecken.

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BeitragVerfasst: 03.01.2007, 21:17 
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@ Mattes

Du könntest raus in die Natur gehen und entspannen, erst mal klar denken.
Ich verstehe dich, ich würde auch nicht in so eine Gruppe gehen, aber irgendwas muss gemacht werden.

Geh zu Freunden, Verwandten, oder einfach nur Menschen die du gern hast, rede dann mit denn über deine Probleme, die werden dir bestimmt helfen.

Das leben geht weiter, habe einfach Spass am Leben und du wirst sicherlich bald merken das es was hilft.

Wenn du Sibgle bist dann empfehle ich dir eine Freundin zu suchen, aber Achtung es kann auch nach hinten losgehen.

p.s darf ich fragen wie alt du bist?

Gruss, Baki

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BeitragVerfasst: 03.01.2007, 21:40 
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Hallo Baki,

Du hast Recht, vielleicht sollte ich mal mehr in der Natur umhergehen und mich einfach zwingen, nicht so zu grübeln. Vielleicht ist es auch so, wie Antoine es sagt, dass man die Spuren derer noch sehen kann, die man geliebt hat. Auf jeden Fall vielen Dank schonmal. Ich bin übrigens 19.


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BeitragVerfasst: 03.01.2007, 22:25 
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Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland, Bremen
Hi Mattes

19 bist du :wink:

Du bist noch Jung gehe ein kleines bisschen feiern habe Spaß, übertreibe es aber nicht.
Das mit der Freundin wird dir sicherlich helfen, wenn du nicht schon eine hast.

Gruss, baki

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 Betreff des Beitrags: Linderung
BeitragVerfasst: 07.01.2007, 14:45 
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Beiträge: 30
Wohnort: Luzern
kann es geben, aber die Toden werden nie vergessen werden können.
Wie man auch versucht, tote Bekannte und Verwandte zu verdrängen, zu vergessen, auf Umwegen werden sie sich wieder in unserem Bewusstsein melden.
Der einzige Weg mit den Toten zuleben, ist zu entdecken wie man zu ihnen eine Brücke bauen kann.
Das wird helfen, aber den Verlust wird es nicht lindern

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errare humanum est
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BeitragVerfasst: 07.01.2007, 19:56 
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Mattes meine Oma ist nun schon seit vier jahren tot und ichkann es immer noch nicht ganz glauben. das ist auf der einen seite einfach dumm, ich weiß, aber auf dre anderen Seite ist es doch so: wenn man um einen Menschen trauert, dann zeigt man ihm damit doch Ehre. Ich finde diese Idee ganz schön: Es tut weh, weil man ihn geliebt hat. Wäre es ein schlechter Mensch gewesen, dann würde man ja nicht trauern oder?


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 Betreff des Beitrags: Sicherlich
BeitragVerfasst: 08.01.2007, 20:00 
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Wohnort: Ittigen bei Bern
ist es gesund für die Seele die Trauer ganz auszuleben. Es hat keinen Sinn mit Eselsbrücken und nachträglich herein interpretieren von prositiven Gedanken die so nicht stimmten die Trauer abzuwürgen,
Die Trauer braucht solange bis sie sich ausgelebt hat. Erst wenn sie durchlebt und druchschritten ist, kann eventuell die Linderung der Seelenqualen eintreffen.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.01.2007, 09:47 
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Wohnort: Offenburg
Gunnar, Du sprichst mir aus dem Herzen! :!:

Diese nachträgliche Hineininterpretieren finde ich auch ganz schlimm. Ich habe das am Anfang auch bei mir selbst beobachtet, als meine Mutter starb. Und irgendwan habe es gemerkt und dannhabe ich mich gezwungen, die Zeit vor dem Abschied so zu sehen, wie sie war: nicht nur schön und angenehm, aber auch schön und angenehm. Das hat mich glaube ich ein gutes Stück weitergebracht und mich auch "versöhnt" mit meiner Mutter. Ich vermisse sie sehr, und ich kann damit leben, wenn es auch traurig ist.

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Wir gehen nicht unter in den Kämpfen, die wir verlieren, sondern in denen, die wir gar nicht erst antreten


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BeitragVerfasst: 11.01.2007, 10:23 
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Das ist aber wirklich leichter gesagt als getan. Was soll man machen, wenn die Erinnerung einfach so weh tut? Vom Kopf her ist einem ja alles klar, aber manchmal ist es einfach so schlimm, dass man fast den Lebenswillen verliert.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.01.2007, 11:14 
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Beiträge: 38
Gabriele hat geschrieben:
wenn man um einen Menschen trauert, dann zeigt man ihm damit doch Ehre. Ich finde diese Idee ganz schön: Es tut weh, weil man ihn geliebt hat. Wäre es ein schlechter Mensch gewesen, dann würde man ja nicht trauern oder?


Danke Gabriele, DAS habe ich gebraucht. Genauso ist es ja auch: man trauert nur um Menschen, die man geliebt oder zumindest gemocht hat, und damit erweist man ihnen Ehre.


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