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 Betreff des Beitrags: Brauche Hilfe
BeitragVerfasst: 14.01.2007, 10:08 
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Hallo zusammen
Ich habe am 28.11. meinen geliebten Mann ganz plötzlich durch einen schweren Herzinfarkt verloren.
Wir waren 30 Jahre verheiratet und er fehlt mir so sehr.
Habe keine Kraft und bin Lustlos und sehe an manchen Tagen keinen Sinn auzustehen,würde mir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und weiterschlafen um einfach alles zu vergessen.Ich fühle mich,als wenn mein Mann die hälfte von mir mitgenommen hat,so leer und ausgebrannt und doch tut mir mein Herz so furchtbar weh.
Bin in psychologischer Behandlung,wollte mir aber trotzdem Euren Rat holen,ob Ihr Tips habt wie ich besser damit zurechtkomme.
Es tut so weh.

LG Karin


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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 12:16 
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Hallo Karin,

erst einmal herzlich willkommen bei uns "Leidensgenossen". Ich weiß ganz genau, wovon Du schreibst. Es ist die Hölle und man hat keine Ahnung, aber auch nicht die allergerinste Ahnung, wie es nun weitergehen soll, ob es überhaupt weitergehen soll.

Ich selbst habe lange Zeit eine Selbsthilfegruppe besucht, und es war so, dass mich jede Woche förmlich dahin "gerettet" habe, so kam es mir jedenfalls vor.

Und da habe ich folgenden Gedanken kennen gelernt:

Wenn Du Deinem verstorbenen Mann "Ehre" zeigen willst, ( ich weiß, das ist ein vielleicht altmodisches Wort), kommt es doch darauf an, wie Du jetzt lebst. Wenn Du nicht aufgibst, sondern Tag für Tag dein Leben lebst, ohne ihn zu vergessen, aber trotzdem auch an dich denkend, dann erweist Du ihm Ehre. Du zeigst Dir und der Welt, dass Du ihn geliebt hast und wie sehr er dir fehlt. Das tust du ja auch, indem du z.B. hier jetzt reinschreibst.

Es ist schwer zu erklären, hoffentlich verstehst Du mich. Mir jedenfalls hat dieser Gedanke geholfen. Wenn ich aufgegeben hätte, dem Drang nachgegeben hätte, morgens gar nicht erst aufzustehen, so wie Du es ja auch fühlst, dann hätte ich ihn "entehrt".

Mit dieser Einstellung habe ich die erste Zeit überstanden.

Ich wünsche Dir alles Liebe und enorm viel Kraft. Denk dran: Es ist keine Schande, hinzufallen. Aber es ist eine Schande, nicht wieder aufzustehen! :!:


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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 13:23 
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Hallo Christa

Danke für Deine Antwort.

Selbsthilfegruppen oder Trauergruppen gibt es bei uns nicht,erst 50 km von uns entfernt und das ist mir zu weit weg.

Versteh mich bitte nicht falsch,aber ich habe auf keinen Fall vor aufzugeben oder mir was anzutun,oder nicht mehr weiterzukämpfen,aber es ist so verdammt schwer alleine zu sein ohne meinen geliebten Mann.Er war die Liebe meines Lebens für mich und es ist alles so leer ohne ihn.
Ich gehe arbeiten (jeden Tag 2 Std.) gehe auch meinen beiden Hobbys nach die ich habe bin viel unterwegs,aber wenn ich in die Wohnung zurückkomme in der ich mit ihm glücklich war erinnert mich alles an ihn.
Nicht das ich mich nicht gerne erinnere aber es tut so weh und er fehlt mir so.

LG Karin


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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 13:58 
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Hallo Karin,

"es brennt im Herzen, und man kann nichts dagegen tun" - so ist es doch, nicht wahr?

Es gibt soviele Menschen um uns herum, die mit einem Riß in ihrem Herzen weiterleben, und es wird nie wieder so schön sein, wie es einmal war. Die leere Wohnung ist trostlos, ich weiß.

Das einzig "Gute", was ich Dir sagen kann: der Schmerz und die Verzweiflung werden sich mit der Zeit ändern, aber nie vergehen. Mit der Zeit wird die Trauer nicht mehr so sehr an der Oberfläche sein, aber ab und an wird es Dich doch zerreißen. Mir ist es so ergangen, mir geht es heute noch so. Und ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht, wie ich die erste Zeit überstanden habe. Aber irgendwann habe ich mit einemmal gemerkt: Mensch, es ist anders geworden.

Bis auf Tage, wie den Geburtstag meines Sohnes, läuft dann alles halbwegs normal. Aber bis es soweit ist, kann es noch dauern. Und helfen - im Sinne von "etwas verändern" - kann Dir da keiner. Das ist eine Situation, die muss man - so blöd es klingt - einfach "aushalten".

Sorry, dass ich Dir nicht wirklich helfen kann. Deine Schmerzen kann Dir niemand nehmen. Du kannst Dich höchstens ablenken, damit du sie nicht so spürst - aber das tust du ja schon.

Ich wünsche Dir alles, was du dir auch wünschst!


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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 14:06 
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Beiträge: 38
Hallo

ich kann nicht mehr sagen als: Ich wünsche allen trauernden Menschen, mich eingeschlossen, viel Kraft.

Karin, wie steht es mit Deiner Familie, Freunden, Nachbarn? Wie sieht es damit aus?


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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 18:07 
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Beiträge: 1
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Hallo Karin,

Beim Rumstöbern bin ich gerade auf Deinem Post hängengeblieben und kann jetzt nicht so einfach fortgehen, deshalb: Fühl dich bitte einmal in den Arm genommen und gedrückt!
Ich wünsche Dir, dass Du das alles schaffst und es von Tag zu Tag besser und leichter für Dich wird.


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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 18:53 
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Vielen Dank für Eure tröstenden Worte.

@Ehepaar
ja,es brennt furchbar im Herzen,ist kaum auszuhalten hab auch totale Herzschmerzen,Herzrasen und sehr hohen Blutdruck,wird am Dienstag vom Internisten noch abgeklärt ob es organisch oder psychisch ist.

@Mattes
Ich habe eine Tochter (27) die schon mit Freund in einer eigenen Wohnung wohnt 5 km von mir entfernt und wir sehen uns so oft es geht,komm gerade auch wieder von ihr.
Ich wohne zusammen mit Mutter und Bruder in einem Haus,aber eine wirkliche Hilfe sind die beiden nicht.
Gute Freunde hab ich viele,aber zu guter letzt bin ich doch alleine und damit zurecht zu kommen muß ich erst lernen.

@Sternchen
Vielen Dank

LG Karin


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 16:18 
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Hallo Karin,

wenn Du mit Bruder und Mutter in einem Haus lebst, die beiden Dir aber keine wirkliche Hilfe sind, wie Du schreibst - kannst Du das nicht irgendwie ändern? Ich meine, vielleicht sprecht ihr nicht wirklich miteinander, im Sinne von Austausch und so? Vielleicht lässt sich ja so etwas ändern?

Nur mal so als Vorschlag.

Alles Gute


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 09:32 
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@Gattaca

Hab mich noch nie so blendend mit Mutter und Bruder verstanden.

Meine Mutter sagt zu dem Thema Trauer nur "das hab ich auch mitgemacht beim Tot eures Vaters da mußte durch" schöne Aussage da kann ich drauf verzichten und in den Arm wurde ich von meiner Mutter noch nie genommen.
Mein Bruder ist ein ganz ruhiger und spricht nicht wirklich viel,schon immer so, mit der Situation kann er gar nicht umgehen.

LG Karin


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 15:03 
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Karin58 hat geschrieben:
....und in den Arm wurde ich von meiner Mutter noch nie genommen.


Das kenne ich, war und ist bei mir genau so.
Man kann nicht einfach versuchen mit der Mutter zu reden, weil man denkt das sie wieder so eine bemerkung birngt.

Damal mit meiner Mutter...da hatte ich richtig viel druck gemacht und eines tages hatte sie mal mit mir 4 stunden lang geredet, das war schon ein Weltwunder.

Du hast ja eine erwachsine Tochter, sei für sie eine gute Mutter und nicht so wie deine...

sep.


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 16:04 
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Ja Karin, schade, war nur so ein Gedanke, aber was nützt es, wenn man in solchen Gesprächen eh kein Verständnis finden würde :cry:

Jetzt bleiben also noch zwei Möglichkeiten: alleine damit fertig zu werden oder sich woanders Hilfe und Unterstützung zu holen.

Du sagst ja schon, gute Freunde hast Du viele, aber letztlich mußt Du ja doch alleine damit klar kommen. Ach wenn ich nur DAS Patentrezept hätte für jemanden in Deiner Situation. Aber da ist nix!

Und wie immer bleibt nur, das ganze "aus"zuhalten. Bis es vorbei ist und nicht mehr so weh tut. Ich denke an dich, ganz dolle!


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 17:09 
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@September

Ja,ich gebe mir große Mühe eine gute Mutter zu sein,hat mir meine Tochter auch schon sehr oft bestätigt,das ich es bin

@Gattaca
Danke für Deine Gedanken.
Das mit dem Aushalten da hab ich manchmal das Gefühl ich kann es nicht mehr aushalten.
Zur Zeit hab ich mit dem Herz und dem Blutdruck solche Probleme,vom Magen und Darm will ich erst gar nicht reden,der Doc meint das kann von der Trauer kommen,es wird aber auch abgeklärt,gerade heute hab ich ein Langzeit EKG 24 Std. angeschlossen bekommen.Es wird sich klären.


Ich gehe jeden Tag zum Grab meines Mannes manchmal auch öfter,am Anfang muß ich meist weinen,aber je länger ich mit ihm rede um so ruhiger werde ich.Ich möchte stundenlang bei ihm sein,weil ich mich da so ruhig und wohl fühle.

LG Karin


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BeitragVerfasst: 20.01.2007, 15:38 
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Ich muß mich bei Euch wieder mal ausheulen.
Heute ist wieder ein schlimmer Tag,mein Mann fehlt mir heute wieder so sehr,ich fühle mich so leer und ausgebrannt,alles was ich anfange kann ich nicht zu Ende bringen,weil ich nur an ihn denken muß,die Wochenenden sind der Horror.Ich habe mich immer auf das Wochenende gefreut,aber seit er nicht mehr da ist,weis ich nichts mit mir anzufangen.Ich suche mir Arbeit und Beschäftigung und gehe spazieren und ans Grab,aber die Leere bleibt.
Es tut so weh.

Danke,für´s zuhören.

LG Karin


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BeitragVerfasst: 20.01.2007, 19:54 
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Wohnort: Rheinberg
Ja, Karin, das kenne ich. Ich könnte auch heulen wie blöd. Die Zeit an solchen Tagen steht still, die Verzweiflung wartet unmittelbar um die Ecke, der Abgrund naht - so kommt man sich dann vor.

Wenn es doch wenigstens so wäre, dass man sagen könnte: Einfach aushalten, irgendwann kommt die Besserung - aber es gibt ja keine Besserung: die Menschen kommen ja nicht wieder. Es ist zum Verzweifeln.

Ich bin feige und habe mich zum Ablenken entschlossen an solchen Tagen. Ich habe schon mal drei Kinofilme hintereinander besucht, das waren 7 Stunden im Kino sitzen...aber die Zeit ging rum und abgelenkt war ich auch.

Heul ruhig Karin, ich heule mit!


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BeitragVerfasst: 21.01.2007, 19:25 
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Registriert: 14.01.2007, 09:56
Beiträge: 19
Wohnort: Weißenburg
Heute war auch wieder ein schlimmer Tag,er fehlt mir so sehr.
Ich war heute mit meiner Tochter auf einer Brautmesse damit ich abgelenkt bin,aber so richtig geholfen hat es auch nicht,die Leere holt mich überall ein.

@Gattaca
Ich wollte schon schreiben,wann hört das endlich auf das es nicht mehr so weh tut und das man es besser verkraften kann,aber wie Du schon schreibst es gibt keine Besserung,denn der Mensch kommt ja nicht wieder.
Ich möchte so stark sein das mein Schatzi stolz auf mich wäre und möchte auch nicht mehr soviel weinen,das wollte er auch nicht,das ich mich so fertig mache,aber es geht einfach nicht immer,denn ich vermisse ihn so.


LG Karin


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