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 Betreff des Beitrags: Tod eines Elternteils
BeitragVerfasst: 01.02.2007, 22:24 
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Registriert: 01.02.2007, 22:06
Beiträge: 7
Hallo Ihr Lieben!
Ich bin durch Zufall hier gelandet...
Ich habe vor fast 3 Jahren plötzlich meinen Vater verloren (ich bin jetzt 23). Ich kann mittlerweile damit umgehen und auch darüber sprechen, aber der Schmerz ist nicht weniger geworden. Ich wünsche mir so oft, dass ich mich hätte verabschieden können. Aber ich ging aus dem Haus und war auf einem Geburtstag während mein Vater an einer Tankstelle einen Herzinfarkt bekam und sofort tot war.
Geht es Euch auch so? Man soll zwar nicht fragen, warum das passiert ist, aber ich kann diese Gedanken nicht einfach wegschieben.
Mein Papa fehlt mir so oft, an seinem Platz ist nur noch ein Loch. Er fehlt jetzt nicht mehr bei Alltäglichen Dingen, aber zu besonderen Anlässen.
Meine Mutter hat seit einem Jahr einen neuen Partner und ich habe sie auch dazu ermutigt. Doch seit wir beide zu ihm gezogen sind, merke ich, dass ich damit nicht so gut umgehen kann. Er hat auch eine Tochter, die natürlich auch öfters da ist. Nicht, dass ihr das falsch versteht, aber ich tue mich schwer damit, diese "andere" Familie zu akzeptieren. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich werde wohl in diesem jahr noch mit meinem Freund zusammen ziehen, denn für mich wird es nie wieder die Familie geben, die ich früher hatte. Könnt Ihr das verstehen? Ich hoffe, dass ich dadurch einfach einen Neuanfang habe und mir mein eigenes Leben aufbauen kann.
Ich würde mich freuen, wenn ich viele Gedanken von Euch lesen kann und es jetzt schon gut getan meine Gedanken los zu werden.

Liebe Grüße,

Julia


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BeitragVerfasst: 01.02.2007, 23:03 
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Registriert: 03.01.2007, 16:54
Beiträge: 33
Hallo Moon,

ich kann Dich absolut verstehen. Es ist nicht mehr wie früher, alles ist anders geworden. Dein Papa ist nicht mehr da und das bedeutet, dass alles andere sich ja auch verändert hat.

Das mit Wünschen, man hätte sich noch verabschieden können: millionenmal habe ich mir diesen Wunsch gesagt, immer und immer wieder habe ich darüber nachgedacht...so ist es. Das tut weh, aber man nichts, nichts, nichts machen. Das kann ganz schön in einem Arbeiten, nicht wahr?

Du tust dich schwer damit, diese andere Familie zu aktezptieren. Klar, es ist eben nicht DEINE sondern jetzt eine ANDERE Familie! Das ist schwer. Aber zwinge dich nicht zu etwas, zu dem du nicht bereit bist.

Alles was du fühlst, ist in Orndnung so. Das sage ich mir jedenfalls immer. Ich wünsche dir alles alles Gute!


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BeitragVerfasst: 02.02.2007, 10:33 
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Hallo Melanie!

Danke für Deine Antwort. Es is5t schön zu wissen, dass andere genau so denken. Manchmal fängt man ja schon an, an sich selbst zu zweifeln...


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BeitragVerfasst: 02.02.2007, 10:35 
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Beiträge: 32
Zitat:
Ich werde wohl in diesem jahr noch mit meinem Freund zusammen ziehen, denn für mich wird es nie wieder die Familie geben, die ich früher hatte. Könnt Ihr das verstehen? Ich hoffe, dass ich dadurch einfach einen Neuanfang habe und mir mein eigenes Leben aufbauen kann.


Das halte ich für eine sehr gute Idee, liebe Moon61. Das bedeutet einen Neuanfang. Wenn du bis dahin es geschafft hast, den Tod deines Vaters zu akzeptieren (ein blödes Wort, aber mir fällt kein besseres ein...), dann hast du auch eine Grundlage, auf der du dein neues Leben aufbauen kannst.

Dass dir dein Vater nicht mehr im Alltäglichen fehlt, aber zu besonderen Anlässen, von sowas kann ich ein Lied singen. Die besonderen Tage sind immer noch heftig. Ich wünsche dir alles Gute und gutes Gelingen!


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BeitragVerfasst: 02.02.2007, 21:15 
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Registriert: 03.01.2007, 16:54
Beiträge: 33
moon61 hat geschrieben:
Manchmal fängt man ja schon an, an sich selbst zu zweifeln...


Hallo Julia, genau das ist so, mir ist das auch so gegangen. Heute weiss ich, dass jeder Trauernde so trauern darf, wie er/sie will. Und das bedeutet für mich, dass alles, jeder Gedanke, jede Gefühlsregung absolut und ganz und gar in Orndung ist. Und wenn das andere nicht verstehen können, dann deshlab, weil sie nie getrauert haben.

Irgendwo habe ich mal einen Spruch gelesen, den ich verinnerlicht habe:

Gott gebe mir die Fähigkeit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Ich glaube, Du hast die Weisheit schon und triffst jetzt auch die entsprechenden Entscheidungen.

Alles Gute und ein tolles Wochenende!


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BeitragVerfasst: 05.02.2007, 09:29 
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Registriert: 19.12.2006, 10:27
Beiträge: 38
Hallo Melanie,

der Spruch ist von den anonymen Alkoholikern und gehört zu deren Motto. Ich finde ihn hervorragend. Er ist genau das, was man in unserer Situation so braucht. Wenn man erstmal heraufgefunden hat, was man ändern kann und was man einfach hinnehmen muss, lebt es sich etwas leichter, weil man seine Energie nicht mehr mit Dingen vergeudet, die man sowieso nicht beeinflussen kann.


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BeitragVerfasst: 07.02.2007, 21:13 
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Registriert: 01.02.2007, 22:06
Beiträge: 7
Vielen, vielen Dank nochmal für Eure Antworten! Ihr habt mir wirklich geholfen!
Dieses Forum ist eine super Einrichtung und ich hoffe, das wir uns weiterhin helfen können!

Alles Gute für Euch,

Julia


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BeitragVerfasst: 08.02.2007, 21:40 
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Registriert: 08.02.2007, 21:16
Beiträge: 20
Wohnort: Deutschland
Es ist schön zu hören, dass du es geschafft hast die Trauer soweit zu verarbeiten um ein neues Leben anzufangen. Der neue Lebensabschnitt wird eine neue Erfahrung für dich werden und dich in jeder Hinsicht bereichern.
Dass dir dein Vater ,grade an besondern Anlässen, fehlt ist verständlich denn er war dein Leben lang ,bewusst oder unbewusst, eine feste Konstante in deinem Leben.
Leider schaffen viele Menschen ,im Gegensatz zu dir, es nicht die Trauer zu verarbeiten und verschliessen sich iher Umwelt und fristen ein Dasein im Verborgenen. Genieße die Geborgenheit die dir dein Partner gibt und nutze sie um weiter zu verarbeiten.


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