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 Betreff des Beitrags: Meine Oma
BeitragVerfasst: 22.03.2007, 17:23 
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Hallo

ich weis nicht wo ich anfangen soll.
Es tut unendlich weh...... Ich versuch mal einen anfang zu finden....

Meine Oma wohnte seid einigen jahren in einem Altersheim, wo meine Tante sie immer besuchen ging und sie so zu sagen die Vormundschaft übernommen hatte.
Vor einem jahr besuchte ich sie und ich weinte als ich sie sah. Damals sah sie mich an und sagte, wieso weinst du denn??? Ich war glücklich sie zu sehen, aber auch traurig sie zu sehen, wie sie das gehwagerl benutze.
Meine Tante die mir beistand, sagte dann nur, Sie weint nur, weil sie Glücklich ist, dich zu sehen.
Wir gingen dann in ihr Zimmer und ich sah ihr zu wie die Alzheimer vorgeschritten war. Dennoch ging es ihr gut und sie freute sich, das meine Kinder, Mann und ich sie besuchen kamen.
Das war das letzte mal wo ich sie sah..... Beim Abschied nahm ich mir vor nicht zu weinen, so wie ich es sonst immer tat.
ich habe zu meiner Oma ein sehr, sehr tolles verhältnis gehabt. Sie hatte mich aufgezogen, weil meine Mutter das anscheinend nicht so konnte. Sie war für mich wie eine Mutter, das ich Oma auch des öfteren immer wieder sagte.
Naja und so weinte ich wie gesagt beim Abschied nicht und sagte, Oma wir kommen dich wieder besuchen......
Ich muß gestehen, ich habe es gescheut, meine geliebte Oma zu besuchen, weil ich sah wie schlimm es mit der Alzheimer war.

Diesen Sonntag.18.3.07 rief meine tante am Vormittag an und bat meinen Mann, das wir die Oma besuchen fahren, weil sie im KH liegt und einen Hinterwandinfarkt hatte.
Ich entschied mich nicht hinzufahren,w eil ich sagte, die Oma feiert in 3 wochen ihren geburtstag und da seh ich sie.
Mein mann sagte, wir fahren hin, denn deine Tante sagte, du siehst die sonst nicht mehr und sie fragt nach dir. Schweren Herzens entschloss ich mich nicht hinzufahren.
Am Montag Abend rief ich meine Tante an um zu fragen wie es der Oma geht..... Sie meinte nur, wieso bist du nicht gekommen?? ich erklärte ihr es auch, das ich die Oma an ihrem geburtstag wieder sehe und sie das auch schafft. nein sagte meine Tante, sie schafft es nicht mehr.:( So ein schmarrn redete ich ihr dagegen. Dann meinte sie, hör mir mal zu, ich habe einen Traum gehabt, der sich am Samstag bewahrheitete, eben das die Oma in´s KH kommt und dieser Traum ist noch lange nicht zuende.:( Ich glaubte ihr nicht und behaarte darauf, die Oma an ihrem geburtstag zu sehen. Wir verabschiedeten uns ich dachte nicht mehr viel drüber nach.
dienstag vergang und ich vergaß meine Tante anzurufen um zu fragen wie es der Oma geht.
Es war Mittwoch, ich war grad am PC und unterhielt mich im Chat mit einer Bekannten. Das telefon läutete und ich sah die Nummer von meiner tante im telefon. Ich hob ab, begrüßte sie und sagte nur, was ist los??? Sie hatte eine leise und traurige Stimme und sagte die Oma.... Nein weinte ich leise in´s telefon. Doch sagte sie, sie ist heut morgen ganz still eingeschlafen. Die Schwestern wollten das Frühstück bringen und da merkten sie das Oma ihre Augen nicht mehr auf machte..... Ich weinte und weinte, ich sagte zuihr, nein das ist nicht war, du lügst mich an. Oma ist nicht tod. Sie lebt.....
Nein Oma ist gestorben, heut morgen zwischen 6.30 und 7 uhr.
nein, das kann es nicht geben, ich schickte ihr doch sooo viel kraft wie ich nur konnte, aber es half nix, sie ging von uns. Sie ging zu meinem Opa, meiner anderen tante, zu meinem Vater.
Sie war die Person die ich noch am liebsten hatte in meiner Familie. Jetzt kann ich ihr nix mehr sagen, sie nicht mehr umarmen, nix mehr.....
Ich bin so unendlich traurig...
Am Dienstag ist die beerdigung und so schwer es mir auch fällt, es kann nicht hingehen.
Ich habe die Kraft nicht an ihrem Grab zu stehen und zu zu sehen wie ihr Sarg in´s Grab gelassen wird. Ich schaffe das nicht. Ich weis meine Familie, eben meine Mutter, emine tante und alle verachten mich dadurch, aber ich versuche so meine Trauer zuverarbeiten. Am Dienstag stelle ich eine kerze auf, wo ich in meinen Gedanken bei ihr bin und bete.....

Tschuldigt, wenn ich alles verdreht und mit Fehlern geschrieben habe, aber ich bin noch ziemlich durch den wind. meine Tränen können nicht trocknen und meist sehe ich alles nur verschwimmen was ich schreibe. Habt bitte nachsicht mit mir...

Liebe Grüße
feiwel....


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BeitragVerfasst: 22.03.2007, 18:17 
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Liebe feiwel,

erstmal wünsche ich dir von ganzem Herzen Beileid. Aus deinen Zeilen spricht sehr viel Herzschmerz, und das ist das normalste der Welt, wenn man seine Oma verliert. Bei dir war es ja noch so, dass deine Oma für dich wie eine Mutter war. Und sie war, wie du schreibst, dir die liebste aus deiner Familie.

Du hast Angst vor der Beerdigung. Das kann ich gut verstehen. Jeder kann das gut verstehen, der einmal in so einer Lage war. Und wenn du nicht hingehen möchtest, dann lass es bleiben. Es ist deine Entscheidung, und niemand kann dir sagen, sie sei falsch oder richtig. Denn es gibt in einer Trauer - soviel habe ich inzwischen gelernt - kein Richtig oder Falsch, sondern nur: Trauer. Aber bitte rechne nicht damit, dass jemand zu dir sagt: "das war eine gute Entscheidung", sondern dann stehe einfach dazu, wie du dich entschieden hast.

Ich möchte dir allerdings ein paar Fragen stellen, die dir vielleicht helfen werden, zu einer Entscheidung zu kommen. Wovor hast du eigentlich Angst? Davor, zu weinen, zu schluchzen oder zu zittern? Das tun nun mal viele an einem Grab, das ist nichts ungewöhnliches. Der Moment, wo der Sarg hinabgelassen wird, ist die Hölle. Ich weiss das. Aber: Es ist der letzte Gang Deiner Oma. Man sagt nicht umsonst: das letzte Geleit. Dies ist der letzte Gefallen, den du deiner Oma tun kannst.


Zitat:
Jetzt kann ich ihr nix mehr sagen, sie nicht mehr umarmen, nix mehr.....

Aber du kannst sie noch auf dem letzten Weg begleiten und - jetzt kommt eine altmodische Formulierung - ihr die Ehre erweisen!

Die Entscheidung, ob du da hingehst oder nicht, wird eine endgültige sein: du kannst sie später nicht korrigieren. Wenn du jetzt nicht hingehst, und es vielleicht - das kann ja sein - später einmal bereust, dann wirst du erst recht traurig sein. Wenn du aber hingehst, kannst du dir später immer sagen: "Ich habe Oma bis ans Grab begleitet.".

Ich selber war in einer ähnlichen Situation, und mir hat jemand so ähnlich geraten. Ich war auf der Beerdigung, und es war gut für mich.

Ob es für dich gut sein würde, weiss ich nicht. Das ist dein Ding, deine Entscheidung. Ich hoffe, du wirst das für dich richtige tun. Was deine Tanten, Onkel usw. denken, ist eh wurscht. Wichtig ist, was du denkst.

Ich wünsche dir alle Kraft dieser Welt! Gib auf dich acht und lass dich nicht unterkriegen.


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BeitragVerfasst: 22.03.2007, 18:43 
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Hallo Waldschrat

Danke für deine offenen Worte. ich weis man sollte hingehen um den Abschluß zu finden. Aber ich weis ich kann es nicht. Ich habe es bei meiner Tante gemacht und ich lief aus der Aussegnungshalle raus, weil ich es nicht mehr ertragen konnte den Sarg mit den vielen schönen Kränzen und Schalen zu sehen. Zu sehen wieviele Namen dort standen... Dann den lebenslauf, der verlesen worden ist. Es kam alles hoch, ich rannte raus und brach fast zusammen. Sah dann beim grab selbst wie meine Oma zusammen brach und sie gestützt werden müßte.
Dann Jahre drauf folgte mein Opa... ich war in der gleichen Situation wie jetzt. Ich habe in gedanken Kontakt zu meinem Opa aufgenommen. Habe mich von ihm verabschiedet und er sich dann auch von mir. Hört sich komishc an, aber er redete mit mir, egal ob ich es mir einbildtete oder nicht, aber ab dem tag der beerdigung meldete er sich nie mehr.
Naja ich war damals nicht auf der beerdigung und bis jetzt hatte ich es nicht bereut. Jetzt wo ich wieder die Situation habe, wo ich weis das ich es nicht ertragen könnte, zu sehen wie der Sarg runter gelassen wird, würde ich zusammen brechen.... sie war doch mein ein und alles....
Ich hab heute noch mit meinem GG gesprochen und sagte ich fahre nicht mit. Er meinte du mußt dich dieser Situation stellen, aber wenn du es nicht kannst, dann laß es lieber und wir fahren gemeinsam zum grab. Das tat gut zu wissen es würde das machen, aber ich meinte nein, das mache ich selbst. Ich selbst fahre, wenn die zeit gekommen ist an´s grad und werde so lange dort verweilen bis ich meine es genug zeit vergangen um mich nachträglich zu verabschieden.
Aber wieso und warum ich da nicht hin kann, oder sagen wir wovor ich angst habe, weis ich nicht. Ich denke das es die angst ist, die kraft zu verlieren.
Gestern als meine Tante anrief und ich dann raus gehen wollte sackte ich vor der Bürotüre zusammen, meine Hände zitterten und ich stand mit mühe auf. Ich hab keine richtige erklärung warum ich da nicht hin kann.
Ich weis nur, das ich tief in mir so viel schmerz habe, und der nicht aufhören will, weh zu tun....


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BeitragVerfasst: 22.03.2007, 20:23 
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Hallo Feiwel, ich denke, du weisst, wovon du sprichst und weisst auch, dass du nicht hingehen willst. Das finde ich auch vollkommenin Ordnung. Wenn die Zeit für dich gekommen ist, dann wirst du zum Grab gehen. ICh finde es gut, dass du so genau darüber nachdenkst und dich selbst schützen willst. Die Zeit danach wird jetzt hart genug, da muss man auf sich selber aufpassen.

ICh drücke dich ganz fest und denke an dich :!: :!:


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BeitragVerfasst: 23.03.2007, 05:34 
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Hallo Melanie

Ja ich mache mir sehr viele gedanken, ob es richtig ist oder nicht. aber je näher der Tag rück, wird mir klar, das ich nicht hingehe.
Aber komisch ist,d as man meint, es ist nicht geschehen, Man meint, das bald der Anruf kommt, wo es dann heißt, Oma kommt die nächsten tage aus dem KH. Aber vermutlich get es vielen so.:( Ich frag mich immer wieder, woso man traurig ist, wenn jemand liebes stirbt. Man sollte doch eigentlich denken, das die Mensch nun erlöst sind, aber man kann es nicht....
Es tut gut hier im Forum sprechen zu können.... Zuhause halten sich alle immer gedeckt, weil man angst hat, das man mir weh tun kann.
Ich find sowas schrecklich, den Mund halten zu müßen.....
Liebe Grüße
Feiwel.


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BeitragVerfasst: 23.03.2007, 12:46 
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Beiträge: 38
Ach liebe Feiwel (bist du eine Mauswanderin?),

du bist jetzt in der ersten Trauerphase, wo du alles noch nicht so richtig glauben kannst. Lies mal das hier:

Zitat:
Zuerst erlebt der Trauernde ein Gefühl des Nicht-wahr-haben-Wollens, er fühlt sich wie erstarrt und gelähmt.
Es ist eine Phase des Schocks, der Betroffene ist oft zu keinen Gefühlsregungen fähig.
Diese abwehrende Reaktion ist ganz natürlich und dauert meist nur eine relativ kurze Zeit. Wird der Zustand nicht überwunden und wird weiterhin das Eingetretene geleugnet, spricht man im Allgemeinen von einer "Behinderung der Trauer", die zu ernsthaften Störungen führen kann.


http://www.memoriam.de/Trauerphasen.trauerphasen.0.html

Das ist eine so unglaublich verwirrende Phase, wie du schon schreibst: man meint, das ist nicht geschehen.

Und warum wir so traurig sind: Trauer ist der Schmerz der Zurückbleibenden! Es tut uns weh, dass wir den geliebten Menschen NIE WIEDER bei uns haben werden. Das ist zum Ausflippen. Und deshalb können wir das so schwer verknusen.

Ach Feiwel, ich bin bei Dir und denke an Dich!


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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 14:15 
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Mein aufrichtiges Mitgefühl,



ich finde du solltest das tun was du für richtig hältst und außerdem bin ich mi ganz sicher, dass egal für was du dich entschieden hast, dich deine Oma verstehen wird.


Alles Gute.


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BeitragVerfasst: 26.01.2008, 15:57 
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Registriert: 20.01.2007, 14:06
Beiträge: 15
Wohnort: Berlin
Ich denke auch, dass Deine Oma verstehen wirst, wenn Du was aus gutem Grund und mit Liebe im Herzen tust.

_________________
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.


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