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 Betreff des Beitrags: Wer hat Erfahrung mit Trauergruppen / Therapien?
BeitragVerfasst: 29.08.2007, 11:08 
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Registriert: 29.08.2007, 07:26
Beiträge: 12
Noch ist alles frisch, noch gibt es soviel zu tun. Noch sind da Freunde und Verwandte, die sich mein Leid zum hundersten Mal anhören. Aber was ist in zwei Monaten? Oder wann auch immer. Wenn dann die ersten Leute meinen, jetzt müsste doch mal bald gut sein? Ich bin der Typ Quasselstrippe und das hat sich auch durch Schatzis Tod nicht geändert. Aber wem - außer euch - kann ich damit endlos auf die Nerven fallen?

Trauergruppen - helfen die, oder ziehen die uns noch weiter runter?

Therapie - gibt es das auf Krankenschein? Ich weiß noch nicht, ob ich es nicht doch allein schaffe. Aber sollte es nicht eine Stelle geben, von der man einfach Hilfe erwarten kann?

Meine Tochter ist z.Zt. erschreckend stark. Man hat mir aber schon Trauergruppen für Kinder empfohlen - zu EUR 60,00 pro Stunde...

In unserer Situation - kein Job, Rentenauskunft in ca. 2 Monaten und wahrscheinlich reicht die gerade zum Überleben - kann doch eine Unterstützung v.a. für Kinder nicht vom Einkommen abhängen.

Wer kann mir Tipps geben? Habe einfach Angst, bei den Institutionen nachzufragen. So nach dem Motto: wenn ihr die Kosten so wichtig sind, kann der Bedarf ja wohl nicht so ernst sein.


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BeitragVerfasst: 29.08.2007, 16:01 
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Registriert: 15.01.2007, 15:58
Beiträge: 14
Wohnort: Rheinberg
Hi Stine, zwei Wochen...so frisch und Du bist mittendrin, hast gerade die ganzen Organisationen von Feier und so weiter erledigt...oh ichkenne das und weiss wie es Dir geht! Also Trauergruppen helfen auf jeden Fall, ich habe die Erfahrung gemacht und mache sie noch! Es ist alles ganz zwanglos und keiner unterbricht mich bei sprechen, sie verstehen mich und wissen einfach, wie es mir geht, weil sie es meistens genauso erfahren haben. Z.B. erzählst Du von der Kleidung Deines Mannes, an der Du gerne schnupperst...ich habe das genauso in meiner Gruppe gehört und mir war sofort klar, warum das so ist und wie man sich dabei fühlt.

Das mit den Kosten ist unterschiedlich. Es gibt viele fast kostenlose Trauergeprächskreise, auch Bestatter z.B. bieten oft sowas an. Und trotzdem kannst Du ja mal Deine Ärztin fragen, wie es mit einer Therapie auf Krankenschein ist.

Du bist in einer Ausnahmesitutation, da ist eben nicht "normal" und deshalb muss man erst auch "unnormale" Wege gehen.

Ich wünsche Dir alles Gute, Du wirst es meistern! (Bist ja schon dabei...)


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BeitragVerfasst: 29.08.2007, 17:32 
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Registriert: 13.08.2007, 07:43
Beiträge: 19
Wohnort: Berlin
Hallo Stine,

es gibt Psychologen, die sich auf Trauerbegleitung spezialisiert haben. Eine gesprächstherapie dort kann auch von der Krankenkasse bezahlt werden, wenn die medizinische Indikation vorliegt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Deine Ärztin Dir einen depressiven zustand wegen des todes Deines mannes bescheinigt.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Du schaffst das!

Liebe Grüße
Sabine

_________________
Manchmal fühle ich mich wie ein Baum, von dem alle Blätter gefallen sind. Doch ich weiß um meine Kraft, neue Blätter zu treiben.


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BeitragVerfasst: 01.09.2007, 21:20 
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Registriert: 29.08.2007, 07:26
Beiträge: 12
Hallo Ihr Lieben,
Danke für Eure ermutigenden Antworten.
Ich habe jetzt mal einfach den Seelsorger des Krankenhauses angemailt, in dem mein Mann gestorben ist.
Als nämlich vor einem halben Jahr mein Stiefvater ebenfalls an einem Herzinfarkt noch in der Wohnung starb, wurde meiner Mutter zweifach seelischer Beistand angeboten.
Ich bin ja immer noch der Meinung, wenn die einen dann spätabends plötzlich allein wieder nach Hause schicken - wäre da nicht ein Hilfsangebot von seiten irgendeiner Institution angebracht?!
Ich warte jetzt mal ab, was dieser Seelsorger für mich herausfindet. Denn ich bin fest entschlossen - schon für meine Tochter - nicht weiter und immer wieder in diesen Sumpf zu rutschen. Aber es ist so verdammt schwer!
Mein Hausarzt steht übrigens auch auf meiner Liste. Ich war da nie so regelmäßig, aber die Vorstellung, ich könnte jetzt auch noch ausfallen und meine Kleene hätte dann gar keinen mehr, erschreckt mich eben sehr.


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