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 Betreff des Beitrags: Wie geht's mir?
BeitragVerfasst: 10.09.2007, 12:11 
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Registriert: 09.09.2007, 19:40
Beiträge: 6
Hallo Ihr Lieben!
Ich weiß eigentlich auch nicht so recht, wie es mir geht, was ich hier mache. Ich möchte einfach nur 'mal mitteilen, was mir in den letzten Monaten passiert ist.
Mein Freund hatte Multiple Sklerose (wie ich auch) mit einem schlimmen und schnellen Verlauf. Er war bettlägrig, konnte nur noch seinen Kopf bewegen, hatte aber dennoch und trotz allem eine ausgesprochene Lebensfreude. Natürlich war er immer wieder krank, auch schwer krank (mit Klinikaufenthalten), doch er hat sich immer wieder aufgerappelt, er war noch nicht bereit zu sterben. Ich habe ihn sehr geliebt, denn wir hatten eine tolle
Verbindung. Auch ohne Worte konnten wir uns verstehen. Wir haben viel gelacht und hatten Spaß zusammen.
Vor 4 Monaten wurde er wieder krank (doppelseitige Lungenentzündung). Seine Familie lehnte die für ihn lebensnotwendige Antibiotikabehandlung ab. Nach nicht einmal 48 Stunden war er tot. Ich durfte ihn nicht mehr sehen (nur mit einer List ist mir das am 5. Tag im Bestattungsinstitut gelungen), wurde nicht zur Trauerfeier eingeladen, man hat mir nicht gesagt, wo sein Grab ist. Die Familie hat sich nie wieder bei mir gemeldet.
Ich habe ihn 6 Jahre lang betreut, war jeden Tag mindestens 2 Mal bei ihm (er lebte in einem Pflegeheim), habe Sachen für ihn und seine Familie erledigt, war einfach für ihn da.
Der Verlust ist schrecklich. Manchmal kann ich nur weinen (von einer Sekunde auf die andere). Wenn ich vor seinem Grab stehe (ich habe es selbst gefunden) ist alles so endgültig. Dieser Tod hätte nicht sein müssen.


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 Betreff des Beitrags: MS
BeitragVerfasst: 13.09.2007, 21:05 
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Registriert: 07.07.2007, 21:19
Beiträge: 2
Hallo Hexe,
es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist.
Meine Frau hatte auch MS. Die Diagnose kam vor 7 Jahren. Gottseidank hat
sie außer den Interferon-Spritzen damit keine größeren Probleme gehabt.
Vor 4 Jahren kam dann aber noch eine Krebs-Diagnose dazu. Meine Frau
ist vor einem Jahr daran gestorben.
Ich habe zwar nicht solche heftigen Probleme mit unseren Familien gehabt,
was mir aber schwer zu schaffen macht, ist, das die Menschen in unserem
Umfeld nach kurzer Zeit wieder "zur Tagesordnung" übergegangen sind.

Ich kann Deinen Schmerz und Deine Trauer gut nachvollziehen.

Um es mit Grönemeyer zu sagen: Das Leben ist nicht fair ...
(Diese CD hilft mir sehr, hast Du auch schon mal von "Glashaus" gehört ??)

Liebe Grüße
Bernd


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.01.2008, 11:55 
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Registriert: 22.01.2008, 11:24
Beiträge: 39
Es tut mir auch sehr leid was du da durch machen musstest und auch noch musst.
Ich finde es ein unding von der Familie dich auszuschließen! Das grenzt schon an Körperverletzung. Würde gerne mit der "Familie" ein Wörtchen reden und sagen was ich davon halte.
Ich hoffe sehr das es besser wird und denke das du das hinkriegen wirst.
Alles gute auf deinem Weg.


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 Betreff des Beitrags: nach 10 Monaten
BeitragVerfasst: 01.03.2008, 12:42 
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Registriert: 09.09.2007, 19:40
Beiträge: 6
Hallo!
Jetzt ist mein Freund schon 10 Monate tot und ich bin immer noch sehr traurig. Von der "Familie" habe ich nichts mehr gehört. Doch vor einigen Tagen ist mir seine Mutter in einer Praxis begegnet. Ich habe sie gegrüßt, sie hat nicht weiter reagiert, obwohl sie mir direkt ins Gesicht geschaut hat. Sie konnte/wollte mich nicht ansehen und ging demonstrativ mit gesenktem Kopf. Das tat dann noch einmal weh. Aber, ich glaube, ich habe mir nichts vorzuwerfen.
Manchmal fühle ich mich so alleine.
LG an alle HEXE


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 Betreff des Beitrags: Re: MS
BeitragVerfasst: 05.03.2008, 08:48 
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Registriert: 20.01.2007, 14:06
Beiträge: 15
Wohnort: Berlin
berny2109 hat geschrieben:
Ich habe zwar nicht solche heftigen Probleme mit unseren Familien gehabt,
was mir aber schwer zu schaffen macht, ist, das die Menschen in unserem
Umfeld nach kurzer Zeit wieder "zur Tagesordnung" übergegangen sind.


Ja, das macht einem sehr zu schaffen, dass die Menschen um einen herum einfach so weitermachen - nur: das ist ja nicht so. Es ist wie in dem Lied von Glashaus: Haltet die Welt an, merkt sie nicht, dass einer fehlt! Das möchte man am liebsten jeden Tag sagen - nur für die anderen ist der Einschnitt ja nicht so schwer wie für einen selbst.

Aber es ist schon hart.

_________________
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.03.2008, 15:51 
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Registriert: 22.01.2008, 11:29
Beiträge: 21
Aber man muss es ihnen sagen...sie könenn das ja nicht wissen, wenn sie selber noch nie in solche Situation waren! Ist manchmal schwer zu verstehen für andere, wenn noch nicht in solcher Lage. Deshalb: einfach Herz nehmen und Mut und dann: sagen! Das geht schon! :lol:


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